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Peer-to-Peer 

Peer-to-Peer (P2P) lautet das neueste Buzzword in der Online-Szene. Kaum genau zu fassen fließen hier Entwicklungen wie ICQ (Direktkontakte zwischen Surfern online), Napster, Gnutella (direkter Austausch von MP3-Dateien, i.e. Musikstücken von Festplatte zu Festplatte über das Internet) oder auch nur so simple Veranstaltungen wie oneview (Bookmark-"Kooperative") zusammen mit neuen Technologien. 
Suchen in allen Dokumenten, überall, sofort
Für die Suche im Internet öffnen sich damit völlig neue Perspektiven. Von den Pionieren dieser Technologie werden bereits die Mega-Indices der Suchmaschinen-Betreiber für überflüssig erklärt. Gleichzeitig reicht die P2P-Technologie in Bereiche hinein ( etwa die Festplatten der Teilnehmer, bzw. definierte Sektionen dort), die die Suchmaschinen niemals erreichen.
Hier die anschauliche Darstellung der Washington Post:

 
 
Eine neue Revolution?
Die neue Dezentralisierungswelle, der Traum von  dynamischen, selbstorganisierenden, weltumspannenden Netzen - zurück zu den Wurzeln des Internet?
In der Tat birgt diese Bewegung, wie Napster gezeigt hat, "revolutionäre" Potentiale.
Aber im wesentlichen ist P2P eine "Community-Anwendung", d.h. hier kommunizieren einzelne Mitglieder einer Gruppe direkt miteinander, niemals aber (vermutlich) alle Netizens. Die "Reichweite" geht also über den Kreis der "Peers" nicht hinaus. Außerdem: Der Traum von der neuen Anarchie ist rasch ausgeträumt. Auch Napster hat in den legalen Schoß der Media-Konzerne zurückgefunden (Bertelsmann).
Dennoch: Mit der P2P-Technologie, bei der es keine festgelegte Rollenverteilung zwischen Client und Server gibt sondern jeder beteiligte Rechner ("Knoten" oder "Node" genannt) beide Funktionen erfüllt, erreicht ein Mitglied eines P2P-Netzes mit seiner Suchanfrage (nach einem Dokument, einem Signal oder was auch immer) die Festplatte eines jeden anderen Mitglieds in Echtzeit, ohne Zwischenschaltung von zentralen Servern.
Wenn man sich das Internet als eine große Community denken könnte, wäre das gleichbedeutend mit der Echtzeit-Suche auf allen Servern (und freigegebenen Festplatten) im Internet. Schlagartig würde auch der "Inhalt" des Internet von derzeit bereits über zwei Milliarden Dokumente um etliche Potenzen wachsen.
Einen Versuch in diese Richtung, sozusagen "Realtime-Suche in Wissens-Communities" startet OpenCola, die P2P-Schmiede aus Kalifornien und Toronto mit dem Projekt OpenCola Folders, das im April 2002 startet.
Ein an das System angeschlossener Benutzer teilt "Folders" sein Wissensgebiet mit und legt auf seinem Desktop einen Ordner ("Folder") mit dem gesuchten Fachbegriff an. "Folders" durchsucht darauf hin das Netzwerk und durchforstet die Desktops anderer Benutzer.

Die Software erschließt Dateien von Peers mit ähnlich bezeichneten  Interessensgebieten und bietet auch diese an.
Lehnt der Benutzer den Vorschlag ab, hält "Folders" den abgelehnten Fachbegriff fest und korrigiert die Sucheinstellungen entsprechend. Dank Selektion durch die OpenCola Software wird die Suche schrittweise auf alle relevanten Begriffe eingegrenzt. 

Bei aller Euphorie der neuen Ansätze in Workgroups (gnutellang.wego.com, peer-to-peerwg.org) und profitorientierten Unternehmen wie GoneSilent.com bleibt auch und gerade bei P2P das eigentliche Kernproblem des Internet ungelöst: Auswahl und Relevanz!!
Mit 100 Milliarden "files" auf hunderten von Millionen Festplatten wird das Problem überwältigend. Wenn es nicht gelingt - und das wird es nicht! - alle "Anbieter" von solchen "files"/Dokumenten jedweder Art davon zu überzeugen, jedes ihrer Dokumente über standardisierte Meta-Daten so genau zu beschreiben, dass der Suchende weiß, was er sich da herunterlädt, wird sich P2P als Such-Instrument in Konkurrenz zu den spidergetriebenen zentralen Suchmaschinen schnell totlaufen - und doch wieder "nur" zum Kommunikations- und Austauschinstrument der Wahl für überschaubare Kleingruppen im Netz werden. 
Was bedeutet das für das Web-Marketing?
Die Konsequenzen dieser Entwicklung für das Marketing sind noch garnicht abzusehen. 
Da bisher nur die Musik-Industrie betroffen war, haben sich die Verlage bequem zurückgelehnt. Das könnte bald vorbei sein - und vor allem den ohnehin nur mühsam in Schwung kommende eBook-Verkauf treffen.
Nachdem Napster die Marketer der Musik-Industrie kräftig aufgemischt hat, nehmen sich jetzt die Entwickler der Industrie-nahen Softwareschmieden der Sache an (erste Produkte sind  -->hier und als Open Source sind --> hier zu besichtigen. Eine Liste der laufenden Projekte auf der Web-Site des O`Reilly-Verlags, der von Anfang an diese Entwicklung begleitet hat)  und werden in den kommenden Monate und Jahren vermutlich mit immer neuen Anwendungsmöglichkeiten die Austausch- und Such-Funktionen im Internet zumindest bereichern, vielleicht revolutionieren.
Gleichzeitig geben aber auch die "Guerillas" nicht auf: Mit MojoNation versuchen sie, den Tausch im Netz nicht nur technologisch sondern auch über eine eigene "Währung" zu organisieren.

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